Kinesiologie

Kinesiologie - ein alternativmedizinisches Diagnose- und Therapieverfahren


Bei der Kinesiologie handelt es sich um ein Diagnose- und Therapieverfahren, dass den alternativen Heilmethoden zugeordnet wird. Übersetzt bedeutet das Wort „Kinesiologie" - „Lehre von der Bewegung" und beruht auf der Annahme, dass gesundheitliche Störungen von einer Schwäche bestimmter Muskelgruppen herrühren.

Die Kinesiologie nimmt den Menschen ganzheitlich wahr, sodass hierbei Erkrankungen immer in einem engen Zusammenhang mit den emotionalen und mentalen Einflüssen gesehen werden, denen ein Mensch ausgesetzt ist.

Entwickelt wurde diese Methode in den 1930er Jahren vom Chiropraktiker Georg Goodheart, der beobachtet hatte, dass Patienten mit Schulterschmerzen eine geschwächte Muskulatur in der Schulter hätten und an den Sehnen verknotete Verhärtungen besaßen. Durch eine Massage konnte er die Verhärtung auflösen, sodass in der Folge die Schmerzen in der Schulter abklangen. Aufgrund dessen setzte er die Veränderungen der Muskulatur in einen funktionalen Zusammenhang. In den folgenden Jahren wurde diese Methode an viele andere alternative Heilmethoden angeknüpft.

Angeboten wird die Kinesiologie überwiegend von Ärzten und Heilpraktikern. Die Basis der Kinesiologie ist der sog. kinesiologische Muskeltest, durch den ein Ungleichgewicht und eine Fehlfunktion im körperlichen und emotionalen Bereich aufgefunden werden soll. Dabei geht man davon aus, dass ein Muskel auf eine stressige Situation mit „Abschalten" oder „Nachgeben" reagiert und dabei nicht vom Verstand kontrolliert werden kann. In der Praxis wird der Patient mit diesem Stress konfrontiert und die Reaktion der Muskeln beobachtet. Der Test gibt Aufschluss darüber, was dem Patienten fehlt und welche Medikamente bzw. Verhaltensweisen für ihn die richtigen sind. Auch soll er zur Lösung von psychischen Blockaden und Problemen dienen.

Heute gibt es verschiedene Richtungen der Kinesiologie, wie „Touch for Health", „Edu-Kinestsetik", „Three in One Concept" und „NEAT". Trotz vieler Studien und Versuchen konnte bisher kein eindeutiger Beweis erbracht werden, dass die Kinesiologie wirksam ist. Zudem wird ihr vorgeworfen, dass sie kein schlüssiges Konzept hat. Daher wird die Kinesiologie den Pseudowissenschaften zugeordnet. Studien ergaben, dass der Muskeltest, der die Basis dieser Therapie ist, gefälscht werden kann. Denn der Patient kann ihn wissentlich oder auch unwissentlich durch die eigene Muskelspannung verändern. Schlussendlich erlahmt der Muskel auch, wenn an ihm mehrere Testläufe durchgeführt werden.